Paula Hildebrandt und Frans Prins Paula Hildebrandt und Frans Prins

 

 

Workshop zu nachhaltiger Mode in Berlin

 

 

Samstag, 22.11.2008


Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, NGBK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der NGBK, dem Nachhaltigkeitsnetzwerk 3plusX,

 

der Grass Routes Foundation und jovoo.

 

 

Eine neue Generation ethischer Konsumenten ist modisch, trendbewusst, informiert und

 

engagiert sich über Blogs und soziale Netzwerke. Das Thema nachhaltige Mode und ein

 

öko-intelligenter Lebensstil wird zunehmend in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wie

 

kommt es aber in der Modebranche an? Und funktioniert so etwas wie

 

‚Nachhaltige Mode’ überhaupt?

 

 

In der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Partizipation im Schnittfeld zwischen

 

Kunst und Gesellschaft, sowie neuen zeitgemäßen Formen politischen

 

Engagements und partizipatorischer Praxis, widmet sich die Ausstellung

 

work&shopund der Workshop sweat&shopder Globalisierung als einer

 

öffentlichen und politischen Angelegenheit.

 

Als Teilprojekt von „PÖPP 68“ der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) ist der

 

Workshop ein Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über 40 Jahre 68.

 

In den 1960ern wurde in feministischen und Bürgerrechtsbewegungen, wie auch in der

 

Kunst die Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem in Frage gestellt

 

und behauptet, dass das Persönliche politisch ist.

 

Dies gilt noch heute. Jeder kann durch seine individuellen Konsum- und

 

Lebensentscheidungen auf soziale und ökologische Bedingungen globaler

 

Prozesse Einfluss nehmen, einen alternativen Lebensstil praktizieren und damit Trends

 

setzen - welches eine verantwortliche Politik und internationale Normsetzung und

 

Regulierung nicht ersetzt.

 

 

 

sweat&shop! - Eine gute Gelegenheit!

 

 

In diesem Rahmen laden wir Modemacher, Designer und Experten die im Bereich

 

Nachhaltigkeit unterwegs sind ein, sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und

 

über die Möglichkeiten von nachhaltige Mode zu diskutieren.

 

Danach ist Performance „FastFashion 100% Ausbeutung“: Im FastFashionStore gibt es

 

textile Produkte live genäht zum textilbranchenüblichen Einkaufspreisen, also billiger, als

 

Fastfood.

 

 

 

AGENDA

 

 

15.00 Begrüßung / Moderation: Paula Marie Hildebrandt (3plusX)und Seraphina

 

Lenz(NGBK)

 

15.15 Vorstellung der Teilnehmer

 

 

15.20 Kurzpräsentationen (jeweils ca. 10 Minuten):

 

 

Frans Prins (Grass Routes) Nachhaltige Mode zwischen Designer, Marken,

 

Produzenten, Unternehmen und NGO’s; Report eines Bloggers

 

Philippe Renfer (Bransparent): Aktuelle Dynamik im Zertifizierungs- und Labeldschungel

 

Judith Vitt (systain): Textilproduktion global

 

Magdalena Schaffrin (designer): Green Fashion

 

Nora Schild /studentin (Wildfang):Korrekte Kleidung machen:

 

Herstellungsmöglichkeiten für Deutsche Labels

 

 

 

19h - 22h Performance: Johanna Balzer, Jana Appel, Liwia Zabielski,

und Max Rantzsch

 

(jovoo): FastFashion: 100% Ausbeutung

 

FASTFASHION ist zu Gast in Bulgarien, Europa. Dort verdient eine Lohnnäherin 0,50€ pro Stunde bei einer dortigen Armutsgrenze von 72,83 €/Monat. Wenn sie 40 Stunden pro Woche arbeitet liegt ihr Verdienst mit 80,00€ gerade über dieser Armutsgrenze.

 

Wir nähen in dieser Installation für einen Bulgarischen Stundenlohn.

Ihr könnt das Produkt bestellen, wir nähen und Ihr bezahlt nur die Arbeitsleistung.

Dafür bekommt ihr einen Laufzettel und eine Stoppuhr und messt unsere Nähzeiten.

 

...wir quälen uns und schwitzen.

Trotzdem macht das Spaß und verbildlicht die Aufwendigkeit textiler Handarbeit, die ihr hier zu Spottpreisen kaufen könnt.

 

Der FastFashionStore ist ein Sweatshop-Spiel, dass fragt, warum Kleidung, die viel aufwendiger ist, als ein Hamburger, manchmal nicht viel teurer ist.

 

Wir zeigen Euch eine der Antworten.

 

Warum macht jovoo so eine Performance?

 

Statt trockene Aufklärungsarbeit anzustrengen, wollen wir Spass haben und trotzdem ernste Themen im Auge behalten. Deshalb: eine FastFashion – Performance.

 

Viele wissen gar nicht mehr, dass jede Naht an der Hose, die sie tragen, tatsächlich einzeln von einer Näherin „mit der Hand“ genäht worden ist.

Die Wahrnehmung von industrieller Massenproduktion ist eher eine von anonymen, vollautomatischen Maschinenparks, in die vorne Zutaten reingehen und hinten das Produkt rausploppt.

Wir wollen spielerisch zeigen, wie die einzelnen Arbeitschritte an kleinen Produkten aussehen und wie lange man für eine Naht eigentlich so braucht.

Wir wollen Respekt wecken für die Arbeit der Näherinnen und im zweiten Zug Informationen weitergeben, wie respektlos diese oftmals entlohnt werden.

das Produkt: Tasche Calzone durchschnittlicher FastFashionpreis: 0,16 € das Produkt: Tasche Calzone durchschnittlicher FastFashionpreis: 0,16 €
die Arbeit die Arbeit